Vom Passivrauchen und Passivfahren

Passivraucher sind Nichtraucher, die unter dem Qualm der Raucher leiden. Führt man diesen Gedanken weiter, so sind Passivfahrer Nichtautofahrer, die unter den Abgasen der Autofahrer leiden. 

Nur haben Passivfahrer keine richtige Lobby, die sich für ihre Rechte einsetzt. Ganz im Gegensatz zu den Passivrauchern, die statistisches Material durchpflügen und die Raucher für jede mögliche und unmögliche Krankheit oder Belastung verantwortlich machen. Jüngst schaffte es das Thema sogar auf die Titelseite von Facts. So war auf dem Aufmacher der letztwöchigen Ausgabe zu lesen, dass Raucher für Feinstaubbelastung verantwortlich sind.
Felix Gutzwiller, Präventivmediziner und Urheber der parlamentarischen Intiative Schutz der Bevölkerung und der Wirtschaft vor dem Passivrauchen hält in seiner Begründung zur Initiative folgendes fest:

Täglich stirbt in der Schweiz ein Mensch am Tabakrauch, obwohl er nie geraucht hat. Im Verlaufe eines Jahres erkranken Tausende, viele davon schwer. Betroffen sind Personen jeden Alters. Die Kosten für das Gesundheitswesen und die Wirtschaft sind immens, das menschliche Leid ist gross, und die alltägliche Freiheitsbeschränkung für die grosse Mehrheit der Schweizer Bevölkerung ist beträchtlich.

 

Betrachtet man die bfu-Unfallstatistik näher, lassen sich analog zur obigen Begründung folgende Aussagen machen:

Täglich stirbt ein Mensch an einem Verkehrsunfall. Im Verlaufe eines Jahrs verunfallen Zehntausende im Strassenverkehr. Pro Tag werden vier Menschen schwer verletzt, obwohl sie nicht Auto fahren. Betroffen sind Personen jeden Alters. Die Kosten für das Gesundheitswesen und die Wirtschaft sind immens, das menschliche Leid ist gross, und die alltägliche Freiheitsbeschränkung für die grosse Mehrheit der Schweizer Bevölkerung ist beträchtlich.

Ausserdem ist Lärm die am häufigsten wahrgenommene Umweltbelastung. In der Schweiz fühlen sich fast zwei Drittel der Bevölkerung durch Lärm gestört. Lärm beeinträchtigt das Wohlbefinden und kann krank machen. Hauptverursacher von Lärm ist der Strassenverkehr. In der Schweiz wohnen rund 550‘000 Menschen an Strassen mit Lärmbelastungen über dem Immissionsgrenzwert. An zweiter Stelle folgt der Bahnlärm, an dritter der Flugverkehr.
Der motorisierte Verkehr belastet die Umwelt durch schädliche Abgase und Feinstaub. Der Strassenverkehr ist der grösste Stickstoffdioxid-Emittent und damit in hohem Mass für das gesundheitsschädigende bodennahe Ozon verantwortlich. Der Strassenverkehr trägt mit einem Anteil von 20 Prozent an der Gesamt-CO2-Emission auch wesentlich zu den Treibhausgasen bei. Ferner ist der motorisierte Strassenverkehr mit den krebsfördernden Stoffen wie Dieselruss (PM10), Kohlenwasserstoffe und Benzol massgeblich (zu mehr als 80%) für immissionsbedingte Gesundheitsrisiken verantwortlich.
 

Aus diesen Gründen plädiere ich dafür, die wirklichen Probleme in unserer Gesellschaft anzugehen. 

P.S. Ich habe vor fünf Wochen mit dem Rauchen aufgehört, gehöre also nicht (mehr) zur Raucherlobby 😉

4 Gedanken zu „Vom Passivrauchen und Passivfahren“

  1. Mit Rauchen aufzuhören ist cool,aber auch nicht leicht
    kann ich als längjähriger Raucher bestätigen!Nun gehöre auch ich zu den Nichtrauchern***
    Die Freude & der Stolz,dass ich es geschafft habe ist noch viel
    grösser als der Entzug selber***
    Möchte mit disen Zeilen allen Mut machen,die sich mit dem Gedanken tragen das Rauchen aufzugeben.Grüsse aber auch alle Raucher, denn jeder soll selbst bestimmen können was er möchte!
    Habe bewusst nur über das Rauchen geschrieben,denn diese
    dummen Verbote und die Bevormundung der Raucher ärgert mich!!!!

    Grüsse von Spatz

  2. Auch ich rauche seit fast einem Jahr nicht mehr. Mich stören aber die Verbote überhaupt nicht. Mich störrt es eher wenn ich in ein verrauchte kneipe gehe. Ich trinke lieber das Bier ohne rauch. ^^

  3. Warum gehst Du in verrauchte Kneipen? Meide diese und gehe in
    Nichtraucher-Kneipen von denen es ja immer mehr gibt!
    Ich will damit sagen ,lass jeden
    glücklich sein wie er möchte,wenn er andere nicht damit belästigt und werde kein missionnierenter Nichtraucher.^^

  4. Ich habe vor vielen Jahren aufgehört zu Rauchen und dabei gelernt dass Riechen, Atmen und Schmecken ein sehr entspannender Genuss ist, den ich beim Rauchen nie erlebte. Aber ein Raucher wird das nicht verstehen können.
    Ich hab vor einem Jahr mein Auto verschenkt und erlebe momentan dass Gehen ein lustvoller Genuss ist. Ich habe mich noch nie in meinem Leben so frei und unabhängig gefühlt, wie in dem Jahr ohne Werkstatt, Parkplatzsuche, TÜV, Benzinpreise, Reifenwechsel …

    … jetzt von einem Auto überfahren zu werden, würde wohl nur ein Autofahrer zu entschuldigen versuchen.

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